Tango Argentino als Sinnbild für ein "geführtes" Leben

von Isabella Klien

Ich habe im Herbst 2010 meine Leidenschaft für den Tango Argentino entdeckt und bin jedes Mal wieder aufs Neue erstaunt, welch wichtiger Lehrmeister dieser Tanz für mich ist.

Der Tango Argentino lehrt mich, auf unterschiedlichste Tanzpartner zuzugehen, mich bewusst auf den anderen einzustellen und voll Achtsamkeit mit ihm in Beziehung zu sein. Gelingt mir das, dann bin ich mit ihm in der Tango-Umarmung eins, und wir lassen in jedem Moment den Tanz neu entstehen: ohne feste Choreographie mit viel Raum für Improvisation und individuelle Interpretation.

Loslassen und Vertrauen

Dazu braucht es die klare Rollenteilung zwischen Führendem und Folgender: In der Regel führt mein Partner, und ich als Frau folge. Dieses Führen-Lassen ins Unbekannte – das zugegebenermaßen am Anfang sehr herausfordernd für mich war – bereichert mich mittlerweile sehr. Es ist für mich ein Sinnbild für das Leben an sich und meine Beratungsarbeit im besonderen: Ich lasse los, vertraue darauf, dass ich bestens geführt bin, und öffne mich für die überraschenden Dinge des Augenblicks. Meine Intuition weist mir den Weg.

Wahre Widmung

Im Tango offenbart sich, ob ich mich voll und ganz dem Tanz und der Musik hingebe oder nicht. Der Unterschied ist sofort spürbar und zeigt mir, wie wichtig es ist, mich vollständig einzubringen – beim Tango, beim Beraten, im Leben. Nur so kann ich mich wahrlich widmen und meine Aufgabe erfüllen.

Das Beste zum Schluss: Tango Tanzen bedeutet für mich Leidenschaft, Begeisterung und Lebendigkeit – genau das, was ich auch durch meine ganzheitliche Arbeit als Beraterin vermitteln will.

Tangoabend beim GC-Mentoringtag

Beim GC-Mentoringtag im Jänner 2013 in Oberursel steht eine Abendveranstaltung zum Thema „Im Tango-Rhythmus in Beziehung sein“ auf dem Programm. Tango- und Nicht-Tango-TänzerInnen erkunden dabei gemeinsam, was sie vom Tango Argentino für ihre Beratungsarbeit lernen können. ---> Zur Anmeldung vom GC-Mentoringtag