World Café: Echt erfolgreich

von Monika Himpelmann

Vielleicht waren Sie schon einmal Gast bei einem World Café – dann kommt es Ihnen bekannt vor: Menschen sitzen an Kaffeehaustischen, zu viert, an einigen Tischen zu fünft. Die Atmosphäre ist entspannt, leise Musik im Hintergrund. Auf den Tischen kleine Vasen mit einigen Blumen und einige bunte Stifte. Die Tische haben bunte Tischtücher, obendrauf eine weisse Decke. An der Wand Fotos und Texte aus der Geschichte des Unternehmens. Es geht um Innovation. Die Moderatorin erklärt die Etikette, einfache Hinweise, die zu einem Gelingen beitragen. Die zwei Rollen werden vorgestellt: Ein/e GastgeberIn sorgt dafür das alle am Tisch zu Wort kommen. Er/sie bleibt am Tisch während die Gäste bei jeder neuen Fragerunde wechseln. Er oder sie erklärt den neuen Gästen die Essenz der Unterhaltung aus den vorigen Runden. Während der Unterhaltung halten die Menschen Wichtiges am Tischtuch fest: es darf geschrieben, gezeichnet, gekritzelt werden.
Und dann geht es auch schon los: Die Gäste an den Tischen unterhalten sich über die erste von drei Fragen. Nach der dritten Frage folgt ‚die Ernte' – die Ergebnisse des Cafés werden kurz in der ganzen Gruppe vorgestellt. Dafür gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, die unter anderem von der Zielsetzung abhängen: eine Ausstellung der Tischdecken, eine Präsentation, TeilnehmerInnen-Stimmen und noch einige mehr.

Die Erfolgsfaktoren

Vieles wirkt zusammen, damit ein World Cafè gelingen kann. Vier Erfolgsfaktoren sind es aber insbesondere, die das Cafè zu etwas ganz besonderem machen:

  • Fragen, die wirklich wichtig für die TeilnehmerInnen sind.Hier wird im Vorfeld Zeit investiert, am besten mit einem Querschnitt der Gruppe, die dann am Café teilnehmen werden. Gute Fragen öffnen den Raum für neue Gedanken und stimulieren Kreativität.
  • Ein sicherer und gastfreundlicher Ort.Und das geht über eine freundliche und einladende Raumgestaltung hinaus. Menschen sollen sich wertgeschätzt fühlen und spüren, dass es genau auf sie ankommt. An einem solchen Ort kann wahrhaft neues entstehen.
  • Gegenseitiges gutes Zuhören. Alles was es an Wissen braucht ist schon vorhanden. Eine kollektive neue Sichtweise oder Einsicht entsteht dann, wenn der Beitrag jeder einzelnen Person gewürdigt wird. So ist Zuhören, ohne bereits über die eigene Antwort nachzudenken oder das Gehörte sofort in einer Schublade abzulegen, wichtig – wichtiger noch als sprechen.
  • Der Geist des Erforschens. Hier geht es nicht darum, sein Wissen zu präsentieren, sondern gemeinsam Neues zu entdecken. Eingebracht werden das, was man zu einem Thema, weiss, denkt und fühlt und die Bereitschaft, darüber hinaus zu gehen und in das Unbekannte vorzudringen. Wenn sich etwas für die TeilnehmerInnen verändert hat, wenn sie bereichert nach Hause gehen, dann war dieser Geist vorhanden.

Die Rolle der AuftraggeberInnen

Für AuftraggeberInnen ist es wichtig, die Erfolgsfaktoren zu kennen und danach zu handeln. Ein Beispiel dafür ist es, zum sicheren Raum beizutragen. Indem man sich zunächst selbst darüber klar wird, wie viel Offenheit es geben soll und dann auch den TeilnehmerInnen zu vermitteln, dass wirklich jeder Beitrag geschätzt wird – gerade auch die kritischen. Ebenso wichtig ist es, die Initiativen und neuen Handlungsweisen, die daraus entstehen können, zu verstehen und auch nach Ende des World Cafés zu unterstützen. Je nach der Unternehmenskultur kann das – wie alle partizipativen Arbeitsformen – schon mal ganz schön herausfordernd sein. Deshalb ist die gute Vorbereitung der Führungskräfte auch so wichtig dabei.
World Caf'e bietet viele Möglichkeiten, im Unternehmenskontext eingesetzt zu werden und den Unternehmenserfolg erkennbar zu unterstützen und ist unter den richtigen Rahmenbedingungen eine lohnende Investion.